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Anton Gallizian und das erste Papier aus seiner Mühle

sph-Kontakte Nr. 98 | Januar 2014

Detail der spätgotischen Bälkchendecke des 15. Jhs. in den Wohnräumen der Gallicianmühle. Die individualisierenden Gesichtszüge lassen die Vermutung zu, dass es sich bei dem Kopf um ein Porträt Anton Gallizians handelt.

Antonius Galliciani, eingedeutscht auch Anton ­Gallizian, erwarb am 17. März 1453 zusammen mit seiner Ehefrau Adelheid Tschan die als Hammerschmiede genutzte Klingentalmühle im Basler St. Alban-Tal, das heutige Papiermuseum. Er liess sie umgehend zu einer Papiermühle umbauen und versteuerte bereits 1454 ein Vermögen von 40 Pfund. In dem zur Papiermühle umgebauten Betrieb arbeiteten laut Personensteuerbuch «meyster Anthonius und sin wip und sin zwen bruoder und funff knecht und zwo junckfraw».

Zur Aufnahme der Papierproduktion gibt eine weitere Quelle genauere Auskunft. Es handelt sich um die Rechnungshefte der Pfundzoll­einnahmen der Jahre 1451 bis 1454. Diese führten bereits für 1453 «Anthenie bappirmacher» mit einer Abgabepflicht von vier Schilling auf. Demnach hat Anton Gallizian zumindest in der letzten Steuerperiode des Jahres 1453 bereits Papier produziert. Der Umbau der Hammerschmiede in eine Papiermühle hat folglich nur wenige Monate in Anspruch genommen.

1457 erhielten Anton Gallizian und seine Brüder das Basler Bürgerrecht. In der nächsten Generation stieg die Familie Gallizian zu einem der reichsten und mächtigsten Geschlechter Basels auf. MK.

Literatur

Dieser Text basiert auf dem Artikel von Peter F. Tschudin: Wann wurde in der Basler Gallician­mühle das erste Papier geschöpft?
In: sph-Kontakte 71 (Juli 2000), S. 2659f.