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GESCHRIEBENES STÄRKEN

sph-Kontakte Nr. 97 | Juli 2013

Scripta manent – so der Titel einer kleinen, aber durchaus feinen Vitrinenausstellung, in der drei Jahrespraktikantinnen im Bereich Konservierung und Restaurierung der Basler Universitätsbibliothek auf vielfältige Weise vor Augen führen, was alles zu tun ist, damit dieses leichthin gesagte Sprichwort sich bewahrheitet. Um alte Bücher zu bewahren und zu pflegen, bedarf es verschiedenster Fähigkeiten. Die Vitrine stellt neben den gesäuberten Objekten (eine arabische Papierrolle, Bücher, Pergament) die Menge der aufgebotenen Materialien und Werkzeuge zur Schau (vom Latexschwamm und Pinsel über Atemmaske oder Schutzbrille bis hin zu Japanpapier, Shofukleister oder Hausenblase), aber auch den beseitigten Schmutz oder aufgefundene Kuriositäten wie etwa eine Musketenkugel im Silberbüchslein, die ihrem Besitzer im 18. Jahrhundert als Talismann diente. Drei Schautafeln erläutern die ethischen Grundsätze, die dem genuin konservativen und reversiblen Vorgehen bestandserhaltender Massnahmen zugrunde liegen und die in der Charta von Venedig festgehalten sind. Ergänzend erinnern die in einem Touchscreen aufzurufenden Arbeitsfotos an das in einem Jahr an den verschiedensten Objekten vollbrachte Tun – vom Rückgängigmachen früherer Massnahmen wie dem Einsatz von Klebestreifen bis zum Stabilisieren fragiler Buchrücken. Das Praktikum war bzw. ist eine notwendige Vorbereitung für ein Studium der Konservierung und Restaurierung, wie es in der Schweiz etwa die Hochschule der Künste in Bern anbietet.

Die prall gefüllte Vitrine ist bis zum 30. August während der üblichen Öffnungszeiten der Bibliothek zu sehen. Interessenten für ein Praktikum wenden sich bitte an den Leiter der Bestandserhaltung Francesco Carmenati:  f.carmenati@unibas.ch